Wie Franziska Schachinger in der ersten hälfte des 20. Jahrhunderts lebte

Das bäuerliche Leben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Leben

Die Familie ernährte sich grundsätzlich von selbst erzeugten Lebensmitteln, Erdäpfel waren ein sehr wichtiges Grundnahrungsmittel. Es wurden Schweine, Gänse und Hühner für Fleisch und Eier gezüchtet. Es gab einen Obst und einen Gemüsegarten außerdem gab es ein Bienenhaus für Honig.
Es gab Kühe die für die Herstellung von  Milch, Topfen, Käse und Butter benutzt wurden. Auch wurden Schafe gehalten in erster  Linie wegen der wolle aber auch wegen dem Käse. Es wurden eigentlich nur Schweine vor Festtagen getötet und dann geselcht. Auch wurde Korn und Weizen angebaut, brauchte man Mehl ging man zum Müller. Sauerkraut und Brot wurde ebenfalls selbstgemacht. Im Winter mussten wir die Betten heizen da die Zimmer keine Heizung hatten, man erhitzte einen Ziegel im Backofen und wickelte ihn in ein Tuch.

Die Arbeit

Ab dem Zeitpunkt an dem der Acker bearbeitet werden konnte, wurde Sommergetreide angebaut. Im April wurden die Kartoffeln gelegt. Mitte Juni begann dann die Heuernte. Im Sommer wurde dann das Korn und der Weizen gemäht. Das Dreschen des Getreides war anstrengend aber auch lustig: wegen der schweren Arbeit kamen die Nachbarn für 2 bis 3 Tage – man half sich auf diese Art gegenseitig.
Im Herbst wurde Most aus dem Mostobst gepresst. Der Most wurde dann in großen Fässern im Keller gelagert. Im späten Herbst, bis hinein in den Winter, wurde Schnaps gebrannt. Wenn man ihn verkaufte musste man Steuern zahlen, für den Eigenbedarf nicht. Sehr wichtig im Herbst war auch der Anbau des Wintergetreides, Korn und Weizen. Dieses Getreide musste noch keimen, damit es sich als Pflanze gut entwickeln konnte. Während dem 2. Weltkrieg bauten wir Flachs (Lein). Nachdem die Pflanzen verblühten wurden sie ausgerissen und getrocknet.Es wurden die Samen entfernt, denn sie wurden für Heilzwecke verwendet. Die Fasern wurden versponnen und bei einem Weber zu Leinen verwebt. Auch war im Herbst die Apfelernte sehr, sehr wichtig, da wir viele verschiedene Sorten hatten, hatten wir das ganze Jahr über Äpfel.

Rituale

Da der bäuerliche Mensch viel mit der Natur zu tun hatte und sich von ihr abhängig wusste, war er ein sehr gläubiger Mensch. Es gab einige Rituale – beispielsweise am Palmsonntag wurde ein Palmbuschen gebunden, für jede Wiese und jeden Acker wurde ein Zweig dazu gegeben. Am Georgitag wurden dann die gesegneten Zweige auf die Felder gesteckt. Auch war ein besonderes Brauchtum das Ausräuchern, hierbei wurde in den drei Räuchernächten (Heiligabend, Silvesterabend und Vorabend von Dreikönig) Weihwasser und ein Gefäß mit glühender Kohle worauf Weihrauch gelegt wurde, vorbereitet. Dann wurde betend und singend durchs Haus und zu den Tieren gegangen, zum Schluss wurde ein Segensgebet gesprochen. Natürlich wurden auch andere Feste wie Weinachten oder Ostern gefeiert.
 

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